“Die verbotene Insel” kommt dieser Tage als deutsche Version von “The Forbidden Island” in die Läden. In unserer Spielrunde haben wir uns schon so manches Mal plündernd nach Schätzen suchend die Waden nass gemacht.
Das Konzept der “verbotenen Insel” ist dem von “Pandemie” sehr ähnlich. Das ist auch kein großes Wunder, stammen beide Spiele doch von Universalgenie Matt Leacock, der hier schamlos von sich selbst klaut. Ziel des Spiels ist es, vier Schätzevon einer langsam untergehenden Insel einzusammeln und rechtzeitig mit dem Hubschrauber zu entkommen, bevor das Eiland endgültig absäuft. Dazu arbeiten die Spieler zusammen und müssen sich gegenseitig unterstützen, denn sie können nur gemeinsam gewinnen oder eben auch verlieren.
Genau wie bei Pandemie nimmt jeder Spieler eine Rolle ein, die jeweils über besondere Fähigkeiten verfügt: der Taucher kann überflutete Inselteile überqueren, der Navigator andere Spieler bewegen oder der Ingenieur bereits versunkene Inselteile wieder ans Tageslicht holen. Insgesamt sechs verschiedene Rollen bei maximal vier Spielern garantieren einen abwechslungsreichen Spielverlauf, auch wenn die Insel öfters versenkt wird.
Zu dieser Dynamik im Spielverlauf trägt auch das variable Spielbrett bei, das aus einem Raster von Inselquadraten immer neu und zufällig zusammengesetzt wird. Dabei ist die Position des Hubschrauberlandeplatzes besonders wichtig, denn diesen müssen die Spieler als letztes erreichen, sobald sie alle Schätze im Gepäck haben. Die Schätze wiederum sind ebenfalls zufällig verteilt, wobei es für die vier verschiedenen Schätze immer jeweils zwei Verstecke gibt. Ist ein Spieler an der Reihe, führt er zunächst drei Aktionen aus. Er kann sich ein Feld bewegen, ein halb gesunkenes Feld wieder an die Oberfläche holen, einem anderen Spieler eine Schatzkarte übergeben wenn beide Spieler sich auf dem gleichen Inselfeld treffen oder einen Schatz heben. Das Heben eines Schatzes ist dann möglich, wenn der betreffende Spieler über die 4 Schatzkarten des betreffenden Schatzes verfügt – “Pandemie” lässt grüßen.
An neue Schatzkarten kommt ein Spieler in jedem Zug nach seinen drei Aktionen. Im betreffenden Zugstapel verbergen sich allerdings auch Aktionskarten, die beispielsweise Dinge wie einen Helikopterlift zu einem weit entfernten Feld der Insel ermöglichen.
Nach den Spieleraktionen werden in jedem Zug noch Karten vom sogenannten Flutstapel gezogen. Diese zeigen an, welche Teile der Insel sinken. Sinkt ein Inselplättchen zweimal ist dieser Teil endgültig verloren und kann weder durch den Ingenieur noch durch Spieleraktionen oder Sonderkarten wieder an die Oberfläche gebracht werden. Versinken auf diese Weise beide mögliche Fundorte eines Schatzes, der bisher noch nicht eingesammelt wurde, so ist das Spiel verloren.
Insgesamt gibt es wie auch bei “Pandemie” mehr Wege, das Spiel zu verlieren als zu gewinnen. Versinkt beispielsweise der Hubschrauberlandeplatz, so sind die Spieler ebenfalls verloren.
Genau wie in Pandemie gibt es einen Anzeiger für die aktuelle schwere der Lage und diese verschärft sich in Stufen, die ebenfalls aus dem Flutstapel gezogen werden. Die Ähnlichkeit mit “Pandemie” ist gerade hier sehr deutlich. Was bei “Pandemie” die Ausbrüche sind, sind hier die Flutwellen.
Das Material zumindest in der englischen Version ist sehr solide und macht einen durchweg positiven Eindruck. Die stimmungsvollen Namen der Inselteile werden von der tollen Grafik perfekt unterstützt. Leider ist die in der US-Version toll geprägte Metalldose in der deutschen Version durch eine schnöde Pappbox ersetzt worden, der Rest der tollen Ausstattung blieb jedoch identisch.
Insgesamt gesehen ist “Die verbotene Insel” ein kurzweiliges und schnelles Spiel, das sich wie eine deutlich vereinfachte, auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnittene Version von “Pandemie” anfühlt. Das Balancing ist lange nicht so perfekt gelungen wie beim großen Bruder, trotzdem macht es Spaß Schätze zu heben und dabei Wasser zu treten. Nicht wie angekündigt der epische Hit (manche Kritiker haben “Die verbotene Insel” schon vor Erscheinen überschwenglich als das “neue Siedler” gefeiert), aber ein solides Spiel, das man auch mal mit Kindern spielen kann.
Einen noch besseren Eindruck des Spiels kann man sich auf den Seiten von Ravensburger-Verlags verschaffen, die ein Erklärungsvideo online gestellt haben, das von den netten Leuten von Spiele-Offensive erstellt wurde.
Wer Lust auf kooperative Spiele hat und nicht die Komplexität eines “Pandemie” oder “Battlestars” sucht, ist mit einer Spritztour (Ha Ha) zur Insel bestens bedient. Ist man eher Fan von komplexeren Zusammenhängen sollte man eher “Pandemie” anspielen und damit Matt Leacocks Meisterwerk ehren.
PRO:
Altbewährtes neu präsentiert, tolles Familienspiel, einfache Regeln.
CONTRA:
Auf lange Sicht absteigende Motivation, “Pandemie light”, Balancing nicht perfekt.
Gesamtwertung 








8 von 10
"Die verbotene Insel" kommt dieser Tage als deutsche Version von "The Forbidden Island" in die Läden. In unserer Spielrunde haben wir uns schon so manches Mal plündernd nach Schätzen suchend die Waden nass gemacht.
Das Konzept der "verbotenen Insel" ist dem von "Pandemie" sehr ähnlich. Das ist auch kein großes Wunder, stammen beide Spiele doch von Universalgenie Matt Leacock, der hier schamlos von sich selbst klaut. Ziel des Spiels ist es, vier Schätzevon einer langsam untergehenden Insel einzusammeln und rechtzeitig mit dem Hubschrauber zu entkommen, bevor das Eiland endgültig absäuft. Dazu arbeiten die Spieler zusammen und müssen sich gegenseitig unterstützen, denn sie können nur gemeinsam gewinnen oder eben auch verlieren.
Genau wie bei Pandemie nimmt jeder Spieler eine Rolle ein, die jeweils über besondere Fähigkeiten verfügt: der Taucher kann überflutete Inselteile überqueren, der Navigator andere Spieler bewegen oder der Ingenieur bereits versunkene Inselteile wieder ans Tageslicht